Sie sind hier: News    Newsletter 4. Quartal 2011

Newsletter 4. Quartal 2011

SOS in Garmisch: Die Kleinsten unterstützen

 


·       Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen werden im SOS-Kinderzentrum Garmisch von Geburt an bis zum Schuleintritt begleitet. Ein qualifiziertes Team aus Logopäden, Ergotherapeuten, Psychologen und Heil- und Sozialpädagogen hilft den Kleinen mit unterschiedlichen Methoden, die Defizite spielerisch auszugleichen oder aufzuholen. Dabei arbeitet das Team eng mit Kinderärzten, Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen der Region zusammen, um die bestmögliche Betreuung zu garantieren. Auch Eltern und Angehörige werden in die Therapie eingebunden - und bei eigenen Problemen und Erziehungsfragen beraten.

SOS-Kinderdorf kann die dringend notwendige Frühförderung nur mit Hilfe von Spenden finanzieren. So kann Ihre Spende helfen!
 
•  Mit 5 Euro können kleine Spielzeugautos, Flummibälle oder Kakao, Marmelade, Brot und Milch gekauft werden, um einen Nachmittag im Offenen Treff zu gestalten: Hier treffen sich die Eltern, deren Kinder in Therapie sind, um sich untereinander auszutauschen und sich in schwierigen Situationen zu stützen.
•  Mit 15 Euro können neue Bücher oder Spiele für die heilpädagogische Förderung der Kinder angeschafft oder Bastelmaterial besorgt werden.
 
Mit 25 Euro finanzieren Sie eine 30-minütige Therapiestunde wahlweise in den Bereichen Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie
 
Ein warmes Mittagessen für benachteiligte Kinder
 
Ein liebevoll gedeckter Tisch, ein warmes Mittagessen, Zeit für gemütliches Beisammensitzen - für immer mehr Kinder ist dieses wichtige Ritual purer Luxus.
Sie wissen nicht, wie eine Aubergine aussieht, dass Kartoffelbrei nicht nur aus Tüten, sondern auch aus echten Kartoffeln hergestellt werden kann und wie ein selbst gekochter Eintopf schmeckt.
 
Eine Entwicklung, die die Mitarbeiter der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Gera mit großer Besorgnis beobachten. Das neue Cafe Krümel soll da Abhilfe schaffen. Im Mittelpunkt des gemütlichen Treffpunkts steht eine Lernküche, in der in erster Linie Kinder (aber auch Eltern) lernen, abwechslungsreiche und gesunde Mahlzeiten zu kochen - ohne tief in den Geldbeutel greifen zu müssen. „Wir möchten, dass Kochen und Essen wieder etwas Besonderes in den Familien werden und Fertiggerichte überflüssig werden.", erklären die beiden „Krümel"-Mitarbeiterinnen Sigrid Müller und Katrin Leue. „Viele Besucher bekommen Nahrungsmittel von der ‚Tafel'. Bei uns lernen Sie, wie Sie damit ein leckeres Essen zaubern oder den Tisch jahreszeitlich schmücken."
 
Ein Angebot, das ankommt. Kindergarten-Gruppen und Schulklassen der Umgebung haben bereits feste Termine zum gemeinsamen Essenszubereiten - und sind mit viel Spaß bei der Sache. Um die Theorie kindgerecht zu vermitteln, finden regelmäßig kleine Theaterstücke mit lustigen titeln wie "Gemüsekönig und Bonbonprinzessin" zum Thema „gesunde Ernährung" statt. Doch es wird nicht nur gekocht im Café Krümel - sondern natürlich auch gegessen. Jeden Tag gibt es ein günstiges Mittagsgericht, freitags eine "Wohlfühlpause ab 13 Uhr" und regelmäßige Teenachmittage mit Musik. „Die Ideen, die Menschen in Gera an einen Tisch zu bringen, werden uns bestimmt nicht ausgehen", ist Einrichtungsleiterin Katrin Berthold überzeugt, „Denn gemeinsam essen ist viel mehr als Nahrungsaufnahme. Hier kann man sich treffen, miteinander plaudern, sich kennen lernen und Freundschaften schließen."
 
Unterstützen Sie die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Gera mit Ihrer Spende und helfen Sie mit, dass sich das Café Krümel weiterhin mit Leben füllt!
 
 
SOS-Kinderdorf e.V.
Rainer Damm
Leiter Kommunikation
Renatastraße 77
80639 München
Telefon +49 89 12606-401
Telefax +49 89 12606-419
rainer.damm@sos-kinderdorf.de
Amtsgericht München VR 6243
SOS-Kinderdorf in Deutschland:
Wir sind Familie!

Wirtschaftlicher Ausblick

Hohe Verunsicherung, kaum Wachstum
 
Die Vorlaufindikatoren für den künftigen Wirtschaftsgang haben sich in den vergangenen Monaten auf breiter Front abgeschwächt. Rezessionsängste dies- und jenseits des Atlantiks hinterlassen verunsicherte Konsumenten, Produzenten und Anleger. Im Hauptfokus steht derzeit aber einmal mehr die europäische Schuldenkrise mitsamt den realwirtschaftlichen Konsequenzen für das globale Wachstum und äußerst nervösen Finanzmärkten.
Im schlimmsten Fall sind in einigen Ländern negative Quartalswachstumsraten möglich. Von einem erneuten Abgleiten in eine Rezession gehen wir derzeit nicht aus, auch wenn die Risiken für ein solches Szenario, speziell in der Eurozone, in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen haben.
 
 
Die Eurozone droht zu schrumpfen
Die Aussichten für die Eurozone sind wenig erfreulich. Der Aufschwung hat seit längerem deutlich an Fahrt verloren. Die Wirtschaftsleistung konnte im zweiten und dritten Quartal jeweils lediglich um 0.2 % gesteigert werden. Besonders schwerwiegend: Der Wachstumsmotor Deutschland gerät allmählich ins Stocken, auch wenn das Wachstum mit 0.5 % im dritten Quartal nochmals positiv überraschte. Wir erwarten für 2012 einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0.5% - ein bis zwei negative Quartale über den Jahreswechsel sind durchaus wahrscheinlich.
Die positive Stimmung nach den Entscheidungen am EU Gipfel im Oktober war schnell verflogen. Nach Griechenland steht Italien - ein weitaus gewichtigeres Mitgliedsland - im Fokus. Die Verunsicherung ist groß, die Renditen italienischer Staatsanleihen sind markant angestiegen. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen ist unausweichlich - mit allen unangenehmen Konsequenzen.
Die Staatsausgaben werden gekürzt und belasten damit das Wachstum. Der private Konsum leidet nicht nur unter der hohen Verunsicherung der Konsumenten. Es droht zudem eine Kreditklemme. Abschreiber auf als sicher geglaubte Staatsanleihen der Peripherie und eine temporäre Anhebung der Eigenkapitalvorschriften führen bei einigen Instituten zu Kapitalbedarf.
Trotz einer erwarteten Abnahme der internationalen Handelsaktivitäten dürfte die Eurozone einen positiven Wachstumseffekt aus dem Außenhandel erwirtschaften. Hauptprofiteure bleiben dabei jedoch die Kernstaaten - hauptsächlich Deutschland. Die Peripheriestaaten sind aufgrund jahrelanger Lohnsteigerungen weniger wettbewerbsfähig.
 
Moderates Wachstum in den USA
Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr startete die US Wirtschaft wieder solide ins zweite Semester. Die Wirtschaftsleistung konnte im dritten Quartal dank eines überraschend positiven Konsums rund 0.6 % zulegen. Grund zur Euphorie gibt es jedoch nicht. Das Wachstum bleibt schwach, mehr als 1.5 % sind 2012 kaum zu erreichen.
Der amerikanische Staatshaushalt wird auch in diesem Jahr ein Minus von über 8 % des BIP ausweisen und die Schuldenquote über die Marke von 100 % drücken. Die Regierung ist gefordert das Defizit zu reduzieren, entsprechend rechnen wir mit abnehmenden Staatsausgaben in den kommenden Quartalen. Die Konsumenten sind verunsichert. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen ist immer noch zu gering, um eine deutliche Verbesserung am Arbeitsmarkt herbeizuführen. Das Reallohnwachstum ist zudem nur noch knapp positiv. Wir erwarten, dass sich die private Nachfrage in den kommenden Quartalen zurückhaltend präsentiert, zumindest solange, bis sich die Aussichten wieder etwas aufhellen. Mehr Sorgen bereitet die Zurückhaltung der Investitionstätigkeit. Die Unternehmen schreiben solide Gewinne und horten historisch hohe Cash-Bestände. Der sich eintrübende Ausblick wird die Investitionsbereitschaft jedoch noch länger tief halten - trotz Tiefstzinsumfelds.
 
Die Schweiz im Fahrwasser Europas
Die Schweiz gerät verstärkt in den Sog der weltweiten Wachstumsverlangsamung. Im zweiten Quartal präsentierte sich das Wachstum mit einem Plus von 0.4 % noch solide - jedoch hauptsächlich getrieben durch hohe Staatsausgaben und einen markanten Lageraufbau. Die hohe Abhängigkeit - insbesondere vom schwächelnden Europa - wird sich schon bald negativ bemerkbar machen. Wir rechnen für 2012 mit bestenfalls 1 % Wirtschaftswachstum.
Die Fiskalsituation der Schweiz ist komfortabel. Allerdings ist aufgrund der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse nicht mit anhaltend hohen Wachstumsbeiträgen aus dem öffentlichen Sektor zu rechnen. Die deutliche Verschlechterung der Konsumentenstimmung gibt Anlass zur Sorge, dass der private Konsum vorübergehend kaum zum Wachstum beitragen wird. Ähnlich verunsichert über den künftigen Wirtschaftsgang zeigen sich auch die Unternehmen und halten ihre Ausgaben ebenfalls zurück - eine klassische Investitionsfalle entsteht. Einzig der Bausektor dürfte sich angesichts des Baubooms über weiter wachsende Investitionen freuen. Bleibt die Hoffung auf anhaltende Wachstumsimpulse aus dem Außenhandel. Trotz eines Rückgangs der Ausfuhren um 1.3 % hatte der Außenhandel dank einer nachlassenden Importnachfrage (-1.7 %) im zweiten Quartal noch positiv zum Wachstum beigetragen. Der starke CHF in Kombination mit einer nachlassenden Nachfrage aus Europa wird jedoch einen negativen Wachstumsbeitrag des so wichtigen Außenhandels zur Folge haben.
 
Inflationsdruck hier, Deflationsgefahr da
Die Teuerung in der Eurozone hat zuletzt nochmals deutlich zugenommen. In den USA scheint die Inflation den lange ersehnten Höhepunkt allmählich erreicht zu haben. Im Oktober hat der Inflationsdruck erstmals wieder etwas nachgelassen. Die Kreditvergabe in beiden Währungsräumen ist moderat, reale Lohnsteigerungen sind kaum zu beobachten und es bestehen nach wie vor Überkapazitäten. Dennoch steigt, speziell in den USA, die Kerninflation seit längerer Zeit an. Die nachlassende Wachstumsdynamik wird nun aber dafür sorgen, dass der fundamentalen Preisdruck in den kommenden Monaten wieder nachlassen wird.
Hauptinflationstreiber sind derzeit noch immer die Energiepreise. Trotz einer sich abzeichnenden Wachstumsverlangsamung liegt der Ölpreis deutlich über dem Vorjahreswert und findet somit den Weg in den Wahrenkorb der Konsumenten und Produzenten. Damit wird jedoch bald Schluss sein. Ausgehend von einem stabilen Ölpreis zwischen 90-95 USD/Barrel werden die Inflationsraten allmählich fallen und im nächsten Jahr - in den USA zumindest annähernd - für Preisstabilität sorgen.
Die Schweiz bleibt hinsichtlich Inflation ein Sonderfall. Wertet der CHF nicht unerwartet deutlich ab, sorgt die starke Währung noch bis Mitte 2012 für stabile oder gar sinkende Preise, ehe der Basiseffekt allmählich eintritt. Die Preisstabilität ist trotz deutlicher Ausweitung der Geldmenge durch die Devisenmarktinterventionen 2012 nicht in Gefahr.
 
 
Kompakt
• Das Wachstum der Eurozone leidet unter der Konsolidierung der Staatshaushalte und einer hohen Verunsicherung der Konsumenten.
• Die Aussichten für die USA sind besser. Allerdings sorgen fehlende Investitionen jenseits des Atlantiks für lediglich moderates Wachstum.
• Die Schweizer Wirtschaft leidet unter der hohen Abhängigkeit von Europa und einem währungsbedingten Wettbewerbsnachteil im Außenhandel.
 

Medium: Schlagenhauf Immobilien

Ausgabe: Newsletter Q4 2011

Erscheinungsdatum: Dezember 2011

Autor: Dr. Jörg Zeuner

Funktion: Chefökonom der VP Bank Gruppe

 

www.vpbank.com